Das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) und das eidgenössische Berufsattest (EBA) stehen für schweizweit anerkannte berufliche Qualifikationen. Lehrbetriebe und Arbeitgebende müssen sich darauf verlassen können, dass die erforderlichen Berufskenntnisse zuverlässig geprüft werden. Im Zuge der Überarbeitung verschiedener Bildungsverordnungen entfallen jedoch in einzelnen Berufen die bisherigen schriftlichen Abschlussprüfungen. Stattdessen werden die Leistungen vermehrt anhand von Erfahrungsnoten, praktischen Arbeiten oder Fachgesprächen beurteilt.
Qualität und Vergleichbarkeit müssen gewährleistet bleiben
Ein aktuelles Beispiel ist die Ausbildung der Elektroplanerinnen und Elektroplaner EFZ. Seit Anfang 2026 ist keine separate schriftliche Abschlussprüfung der Berufskenntnisse mehr vorgesehen. Stattdessen fliessen die Leistungen aus der Berufsfachschule und den überbetrieblichen Kursen über die Erfahrungsnoten in den Abschluss ein.
Die FDP Luzern stellt die Weiterentwicklung der Prüfungsverfahren nicht grundsätzlich infrage. Entscheidend ist jedoch, dass die neuen Beurteilungsformen mindestens gleich zuverlässig sind und schweizweit vergleichbare Leistungsstandards gewährleisten.
Regierungsrat soll offene Fragen klären
Mit seiner Anfrage will Kantonsrat Ronny Beck unter anderem wissen, welche Berufe und wie viele Luzerner Lernende von diesen Änderungen betroffen sind. Zudem soll der Regierungsrat aufzeigen, wie einheitliche Bewertungsmassstäbe an den Berufsfachschulen sichergestellt werden und ob die neuen Prüfungsverfahren hinsichtlich Qualität und Wirksamkeit überprüft werden.
Auch die Haltung des Kantons Luzern gegenüber dem Bund und den zuständigen Berufsbildungsorganisationen steht im Fokus.
Für die FDP Luzern braucht eine starke Berufsbildung verlässliche und aussagekräftige Abschlüsse. Neue Prüfungsformen dürfen nicht zulasten der Qualität gehen. Nur so bleibt das Vertrauen der Lehrbetriebe, der Arbeitgebenden und der Lernenden in das bewährte Schweizer Berufsbildungssystem erhalten.