Heiratsstrafe endlich abschaffen - JA zur Individualbesteuerung

Wer den Bund fürs Leben schliesst, zahlt heute oft mehr Steuern als unverheiratete Paare mit gleichem Einkommen. Diese sogenannte Heiratsstrafe ist unfair und sie widerspricht der Bundesverfassung. Die breit abgestützte Individualbesteuerung schafft endlich Gerechtigkeit und entlastet die Bevölkerung um rund 600 Millionen Franken pro Jahr.

Arbeit soll sich lohnen

Mit der Individualbesteuerung lohnt sich Erwerbsarbeit für alle. Besonders Zweitverdienende – in der Praxis meist Frauen – profitieren von dieser überfälligen Reform. Sie setzt klare Erwerbsanreize, stärkt die finanzielle Unabhängigkeit beider Ehepartner und passt das Steuersystem an die heutige Lebensrealität an.

Vor allem der Mittelstand wird entlastet. Rund die Hälfte aller Haushalte zahlt weniger Steuern, bei einem Drittel bleibt die Belastung unverändert. Nur eine kleine Minderheit – Einverdienerpaare mit sehr hohem Einkommen, die bisher von einem Steuerbonus profitierten – zahlt moderat mehr. Dieser Anteil nimmt langfristig deutlich ab, da immer mehr Ehepaare beide im Berufsleben stehen.

Liebe darf sich nicht bestrafen

Heute verzichten viele Paare auf eine Heirat, weil sie finanziell schlechter gestellt wären. Fällt die Heiratsstrafe weg, wird die Ehe wieder attraktiver. Davon profitieren insbesondere Familien, die Ende Monat genau rechnen müssen. Mit der Individualbesteuerung liegt endlich eine mehrheitsfähige und zeitgemässe Lösung auf dem Tisch.

Keine faulen Ausreden

Ja, die Reform bringt einen einmaligen Umstellungsaufwand mit sich. Danach wird das Steuersystem jedoch einfacher und der bürokratische Aufwand nimmt ab. Das oft zitierte Bürokratieargument greift nicht. Schon heute füllt jede steuerpflichtige Person eine eigene Steuererklärung aus, in der Regel lange vor einer allfälligen Eheschliessung. Die Individualbesteuerung ist deshalb kein Bürokratiemonster, sondern ein notwendiger Schritt zu mehr Fairness und Gleichstellung.

71 Prozent aller Ehepaare sind vor der Pensionierung Doppelverdiener und deshalb von der Heiratsstrafe betroffen. Dass sich konservative Parteien gegen diese überfällige Reform stemmen, zeigt, dass für manche faire Steuern und Gleichstellung nach wie vor nur Lippenbekenntnisse sind und sie von einem vergangenen Familienbild ausgehen. Die Individualbesteuerung wird die Steuerverwaltungen mittelfristig sogar entlasten. Wer heute immer noch behauptet, der Aufwand für zusätzliche Steuererklärungen sei zu hoch, der hätte wohl auch beim Frauenstimmrecht argumentiert, dass der Versand zusätzlicher Stimm- und Wahlcouverts ein zu grosser Aufwand sei.

Ja zur Individualbesteuerung am 08. März 2026

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